Ist WordPress in Zeiten von KI-Agenten eigentlich noch zeitgemäß?
Diese Frage habe ich mir in den letzten Monaten immer wieder gestellt.
Wäre es nicht cool, wenn ich meine Website direkt mit Claude Code oder GPT Codex verbinden könnte? Wenn ich dem KI-Agenten einfach per Spracheingabe sagen könnte:
„Schau mal, diesen Blogartikel habe ich geschrieben. Bitte übernimm ihn 1:1, verwende dieses Bild als Titelbild und baue die restlichen Bilder an passenden Stellen ein.“
Oder:
„Ich habe eine Idee für ein neues Angebot. Lass uns auf Basis meines bestehenden Design-Systems eine Salespage dafür bauen.“
Und die Website wird nicht nur irgendwie zusammengewürfelt, sondern bleibt sauber, durchgängig und wirklich in meinem Stil.
Genau dieses Projekt bin ich in den vergangenen zwei Wochen angegangen. Vier Tage davon habe ich mir komplett dafür geblockt.
Mein Ziel: Meine bestehende WordPress-Website optisch so zu übernehmen, wie sie ist – aber im Hintergrund mit einem System aufzubauen, das sauber, blitzschnell, flexibel und vor allem smart mit meinem KI-Agenten verbunden ist.
Die kurze Antwort auf die Frage dieses Artikels kann ich dir schon vorwegnehmen:
Ja, WordPress ist weiterhin zeitgemäß. Ich bin trotzdem zu Astro gewechselt – weil dieses System viel besser zu meiner Arbeitsweise als Designer und kleiner KI-Nerd passt.
In diesem Beitrag nehme ich dich Schritt für Schritt durch meinen Umstieg mit. Ich zeige dir, wie mein neuer Workflow aufgebaut ist, was dadurch für mich leichter geworden ist und für wen Astro wirklich eine interessante Alternative zu WordPress sein kann.
Wie ich überhaupt auf Astro gekommen bin
Der Gedanke, meine Website neu aufzubauen, schwirrte schon länger in meinem Kopf herum.
Den letzten Anstoß dazu bekam ich vor ein paar Monaten in einem Austausch mit einer lieben Kundin von mir. An dieser Stelle: Liebe Grüße an Ute Heeger 😊
Ute führt eine geniale Agentur, die sich spitz auf Apothekenmarketing positioniert hat. Gemeinsam mit ihrem Team – darunter auch ein richtig guter Full-Stack-Developer – realisiert sie Brand- und Website-Projekte für zukunftsgerichtete Apotheken im DACH-Raum.
In einer unserer 1:1-Sessions habe ich sie dabei begleitet, ihren Blogprozess mit KI smarter zu gestalten. Dabei erzählte sie mir begeistert, dass sie ihre Webprojekte von WordPress auf das Astro Framework umgestellt haben.
Ihr Prozess sieht vereinfacht gesagt so aus:
- Die DesignerInnen im Team gestalten die Screendesigns in Figma.
- Diese Designs dienen als klare visuelle Grundlage.
- KI-Agenten wie Codex oder Claude Code unterstützen dabei, daraus eine saubere Website im Astro Framework zu entwickeln.
Und da wurde ich hellhörig.
Was ist Astro eigentlich?
Astro ist ein modernes Web-Framework, das speziell für inhaltsfokussierte Websites entwickelt wurde. Also beispielsweise für Websites mit:
- Blogbeiträgen
- Portfolio-Einträgen
- Angebots- und Landingpages
- Dokumentationen
- Wissensbereichen
- oder anderen redaktionellen Inhalten
Astro arbeitet standardmäßig sehr stark mit statischem HTML und liefert nur dort JavaScript aus, wo es wirklich gebraucht wird. Das sorgt für eine schlanke technische Basis und kann sich sehr positiv auf Ladezeit und Performance auswirken.
Auch Websites und Projekte von Unternehmen wie IKEA, Porsche oder Microsoft finden sich mittlerweile im offiziellen Astro-Showcase.
Das allein ist natürlich kein Grund, ein Framework zu wechseln. Aber es zeigt: Astro ist kein kleines Nerd-Experiment, sondern eine ernst zu nehmende und stabile Basis.
Wichtig ist mir trotzdem: Astro ist kein fertiges Content-Management-System wie WordPress.
Es gibt standardmäßig kein klassisches Backend, in das ich mich einlogge und meine Seite per Drag-and-drop bearbeite. Die Inhalte und Komponenten liegen als Dateien im Projekt. Genau das macht Astro einerseits so schlank und flexibel. Andererseits ist es auch der Grund, warum das System nicht automatisch für jeden die beste Lösung ist.
Für mich wurde genau dieser vermeintliche Nachteil zum Vorteil: Denn ein KI-Agent kann direkt mit diesen Dateien arbeiten.
Warum mich Astro gerade als Designer überzeugt hat
Was mich als Designer am meisten überzeugt hat:
Ich muss mich trotz KI-Agenten nicht mit KI-Slop zufriedengeben.
Ich kann mein Design weiterhin genau so in Figma gestalten, wie ich es haben möchte. Der KI-Agent hilft mir anschließend dabei, daraus saubere, wiederverwendbare Komponenten zu bauen.
Header, Footer, Buttons, Content-Boxen, Abstände, Typografie, Farben und wiederkehrende Sektionen werden einmal sauber definiert. Dadurch bleibt das Design auch dann durchgängig, wenn später neue Angebotsseiten, Blogbeiträge oder Portfolio-Einträge dazukommen.
Das ist genau die Art von Zusammenspiel, die ich liebe:
Ich gebe die kreative Richtung vor. Die KI hilft mir dabei, sie schneller und sauberer umzusetzen.
Die KI entscheidet also nicht, wie meine Marke aussehen oder welche Botschaft ich kommunizieren soll. Sie arbeitet auf Grundlage meines Design-Systems, meiner Inhalte und meiner Entscheidungen.
Und genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen einem beliebigen KI-generierten Website-Entwurf und einer Website, die wirklich nach mir aussieht.

„So Stephen, jetzt pack das an.“
Meine Website wollte ich sowieso schon ewig erweitern.
Ich habe jahrelang mit einem Onepager gearbeitet. Für die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit hat das auch gut funktioniert. Aber langfristig wollte ich meine Website so aufbauen, dass sie wirklich für mich arbeitet – ohne dass ich jeden Tag auf den Instagram-Algorithmus angewiesen bin.
Deshalb habe ich bereits im vergangenen Jahr begonnen, sie um einen Blogbereich, einen Newsletterbereich und mein Portfolio zu erweitern.
Als Ute mir dann von ihrem Astro-Workflow erzählt hat, war der Gedanke endgültig da.
Ich habe zu mir gesagt:
„So Stephen, jetzt pack das an. Was hast du zu verlieren?“
Also habe ich mir vier Tage geblockt und losgelegt.
Mein Umstieg von WordPress auf Astro: So bin ich vorgegangen
Ich nehme dich bewusst etwas detaillierter durch den Prozess mit. Denn ich glaube, dass gerade daran sehr gut sichtbar wird, was heute mit KI-Agenten möglich ist – und wo trotzdem noch menschliches Know-how gefragt ist.
1. Meine bestehende WordPress-Website sichern
Im ersten Schritt habe ich eine Sicherung meiner WordPress-Seite erstellt.
Ich habe über FTP alle Dateien heruntergeladen, sodass ich die bestehenden Inhalte und Strukturen lokal auf meinem Computer hatte.
Zusätzlich habe ich meine Website als Elementor Kit exportiert. Darin liegen unter anderem globale Einstellungen für Fonts, Farben und Styling. Das war wichtig, damit der KI-Agent nicht bei null startet, sondern nachvollziehen kann, wie meine bestehende Seite visuell aufgebaut ist.
2. Den Projektkontext für Codex vorbereiten
Für eine gute Zusammenarbeit mit einem KI-Agenten reicht es nicht, einfach zu sagen:
„Bau mir bitte meine Website nach.“
Je besser der Kontext, desto besser das Ergebnis.
Also habe ich lokal alles zusammengestellt, was Codex für das Projekt braucht:
- die gesicherten Dateien und Inhalte meiner bestehenden Website
- mein Design-System
- globale Farben, Fonts und Stile
- Bilder, Grafiken, Icons und Mockups
- die gewünschte Seitenstruktur
- meine technischen Anforderungen
- und eine klare Beschreibung davon, was am Ende entstehen soll
Mithilfe von Gemini habe ich mir zusätzlich eine PROJECT.md-Datei erstellt.
Bei Gemini spreche ich für solche Dinge super gerne einfach rein. Ich habe ihm mündlich erklärt, was der Ist-Zustand ist, womit wir arbeiten können und welches Ergebnis ich mir wünsche. Daraus entstand eine übersichtliche Projektdatei, die ich direkt in meinen lokalen Projektordner gelegt habe.
So wusste Codex schon vor dem ersten Arbeitsschritt, worum es in diesem Projekt geht.
Das ist übrigens eines meiner größten Learnings aus der Arbeit mit KI-Agenten:
Der Agent wird nicht dadurch gut, dass du möglichst komplizierte Prompts schreibst. Er wird gut, wenn er dein Projekt, dein Ziel und deine Entscheidungsgrundlagen versteht.
3. Die technische und visuelle Basis aufbauen
Mit Codex bin ich anschließend alles Step by Step durchgegangen.
Zuerst haben wir die Grundstruktur für Astro angelegt. Danach ließ ich die globalen Einstellungen meiner bestehenden WordPress-Seite analysieren: Farben, Fonts, Abstände und wiederkehrende Styling-Regeln.
Diese wurden sauber für das neue Astro-Projekt als globale CSS-Grundlage hinterlegt.
Damit war das visuelle Fundament geschaffen. Neue Seiten oder Komponenten mussten nicht jedes Mal wieder von vorne gestaltet werden, sondern konnten auf diesen globalen Regeln aufbauen.
4. Wiederverwendbare Website-Komponenten erstellen
Im nächsten Schritt habe ich wiederkehrende Elemente bauen lassen:
- Header und Navigation
- Footer
- Buttons
- Content-Boxen
- verschiedene Inhaltssektionen
- Formulare
- Blog- und Portfolio-Elemente
- Abstände und Layout-Logiken
Das war für mich einer der wichtigsten Schritte.
Denn genau hier entscheidet sich, ob eine Website langfristig sauber bleibt oder ob bei jeder neuen Seite wieder alles irgendwie neu zusammengebaut wird.
Meine Website besteht jetzt nicht einfach aus vielen einzelnen Seiten. Sie besteht aus einem System wiederverwendbarer Bausteine. Wenn ich später einen Button oder einen bestimmten Abschnitt anpasse, kann diese Änderung kontrolliert überall übernommen werden, wo diese Komponente verwendet wird.
5. Die Startseite Sektion für Sektion umsetzen
Ich ließ nicht einfach die ganze Startseite auf einmal generieren.
Wir gingen wirklich Sektion für Sektion vor. Ich konnte jeden einzelnen Abschnitt prüfen, Feedback geben und bei Bedarf nachschärfen.
So entstand eine saubere Basis, die optisch sehr nah an meiner bestehenden WordPress-Seite liegt, technisch aber komplett neu aufgebaut ist.
Diese schrittweise Vorgehensweise war für mich entscheidend. Ein KI-Agent kann wahnsinnig schnell arbeiten. Aber wenn du ihm zu viele Entscheidungen auf einmal überlässt, bekommst du eben oft auch ein Ergebnis, das nach „irgendwie schnell mit KI gebaut“ aussieht.
Ich wollte weiterhin die kreative Kontrolle behalten. Codex sollte mich bei der Umsetzung unterstützen – nicht plötzlich selbst Creative Director spielen. 😄
6. Content Collections für Blog und Portfolio anlegen
Gerade für diesen Use-Case ist Astro genial.
Für meine Blogbeiträge und Portfolio-Seiten haben wir jeweils einen klaren Inhaltstyp definiert. Einmal sauber angelegt, kann ich diese Bereiche jetzt superleicht erweitern.
Ein Blogbeitrag enthält beispielsweise immer bestimmte Informationen:
- Titel und Kurzbeschreibung
- Veröffentlichungsdatum
- Beitragsbild
- Kategorie und Schlagwörter
- SEO-Titel und Meta-Description
- sowie den eigentlichen Inhalt
Neue Beiträge greifen automatisch auf die richtige Struktur, Typografie und Gestaltung zurück. Ich muss nicht bei jedem Blogartikel oder Kundenprojekt wieder überlegen, wie die Seite aufgebaut sein soll.
Und auch mein KI-Agent weiß genau, welche Angaben er für einen neuen Eintrag benötigt.
7. Weitere Seiten, Formulare und Funnel integrieren
Auf Basis der bestehenden Komponenten konnte ich die restlichen Seiten relativ easy umsetzen.
Auch die Kontaktformulare habe ich sauber mit meiner Domain verknüpft. Die Funnel-Formulare wurden mit meinem E-Mail-Marketing-Tool verbunden.
Wichtig ist mir an dieser Stelle aber auch zu sagen:
Astro erledigt SEO, Cookies, Datenschutz oder Sicherheit nicht automatisch für dich.
Das Framework gibt dir eine sehr saubere technische Grundlage. Aber du musst trotzdem wissen, was eine gute Website braucht, sinnvolle Entscheidungen treffen und alles sauber einrichten und testen.
Dass die Umsetzung mit einem KI-Agenten relativ easy funktioniert hat, liegt auch daran, dass ich seit Jahren Websites umsetze und weiß, worauf ich achten muss.
KI-Agenten machen Fachwissen nicht überflüssig. Sie helfen dir aber dabei, dein vorhandenes Wissen deutlich schneller in die Umsetzung zu bringen.
8. Einen kontrollierten Veröffentlichungsprozess einrichten
Damit die Website am Ende auch wirklich über meine Domain erreichbar ist, habe ich folgenden Workflow eingerichtet:
- Meine Website liegt lokal als Projektordner auf meinem Computer. Dort arbeite ich gemeinsam mit Codex an neuen Inhalten und Änderungen.
- Der Projektordner ist mit einem GitHub-Repository verbunden. Dort wird der aktuelle Code versioniert gespeichert.
- Vercel erstellt aus dem GitHub-Stand automatisch eine Vorschau-URL. So kann ich jede neue Version in Ruhe testen.
- Wenn alles passt, starte ich bewusst die Veröffentlichung auf meinen bestehenden Hostinganbieter.
- Eine Automation überträgt die fertige Version nach meiner finalen Bestätigung per FTP auf meinen Webspace.
Konkret heißt das:
- Lokales Projekt
- GitHub
- Vercel-Vorschau
- Meine Freigabe
- Bestehender Hostinganbieter

Klingt auf den ersten Blick vielleicht komplex. Ist es aber nicht mehr, wenn das System einmal sauber aufgestellt ist.
Gleichzeitig gibt mir dieser Ablauf sehr viel Sicherheit: Änderungen landen nicht versehentlich sofort auf der Live-Website. Ich kann sie zuerst in der Vorschau testen und veröffentliche sie erst, wenn wirklich alles passt.
Und ganz ehrlich: Ich bereue den Wechsel bisher kein bisschen.
Was sich durch meine KI-First-Website konkret verändert hat
Die technische Grundlage ist natürlich cool. Entscheidend ist für mich aber nicht, wie modern mein Framework klingt.
Entscheidend ist: Was wird dadurch in meinem Business tatsächlich leichter?
Und da merke ich bereits jetzt einige deutliche Veränderungen.
Blogbeiträge und Portfolio-Projekte lassen sich viel leichter veröffentlichen
Ich öffne mein Projekt in Codex und sage zum Beispiel:
„Schau mal, diesen Blogartikel habe ich geschrieben. Bitte übernimm ihn 1:1, verwende dieses Bild als Titelbild und baue die weiteren Bilder an passenden Stellen ein.“
Das Gleiche gilt für meinen Portfolio-Bereich mit den Kundenprojekten.
Dafür habe ich mir sogar einen eigenen Skill erstellt. Dieser interviewt mich zu einem abgeschlossenen Projekt und erstellt daraus den passenden Inhalt für meinen Portfolio-Beitrag – natürlich auf Basis meiner Struktur und meines Sprachtons.
Danach muss der Beitrag nur noch geprüft, ergänzt und veröffentlicht werden.
Es geht mir nicht darum, dass die KI meine Gedanken oder meine Texte übernimmt. Ich liefere weiterhin die Substanz. Aber die KI kümmert sich um viele der kleinen technischen und strukturellen Schritte, die zwischen einem fertigen Inhalt und seiner Veröffentlichung liegen.
Und genau diese Schritte waren es oft, durch die ein fertiger Beitrag noch tagelang in irgendeinem Ordner herumlag.
SEO fühlt sich plötzlich viel aufgeräumter an
Ich habe dem KI-Agenten einmal global gesagt:
„Schau dir bitte die gesamte Website an. Entwickle für jede einzelne Seite eine passende SEO-Strategie, erstelle auf dieser Basis die Meta-Daten und übernimm sie für alle Seiten.“
BAM.
Die Meta-Daten waren direkt im Code der jeweiligen Seiten hinterlegt. Auch die Sitemap wurde sauber für die Google Search Console vorbereitet.
Meine Startseite rankt mittlerweile auf Platz 1 für das lokale Keyword, das ich definiert habe.
Natürlich ist das nicht einfach passiert, nur weil die Seite mit Astro gebaut ist. Gute Inhalte, eine klare Suchintention und eine saubere SEO-Strategie braucht es weiterhin.
Aber die technische Basis macht es mir deutlich leichter, all das kontrolliert und durchgängig umzusetzen.
Ich kann meinen KI-Agenten außerdem nicht nur einzelne Seiten, sondern meine Website als gesamtes System analysieren lassen. Dadurch erkennt er beispielsweise fehlende Meta-Daten, unklare Überschriftenstrukturen oder interne Verlinkungsmöglichkeiten viel leichter.
Neue Angebote kommen schneller aus meinem Kopf ins echte Leben
Eine Salespage für ein neues Angebot zu erstellen, hat mich früher oft Tage, wenn nicht sogar Wochen gekostet.
Für mein neues Angebot List Ready habe ich nur zwei Tage gebraucht – für Konzeption, Aufbau, Copy, Design und technische Umsetzung.
Das Coole daran: Neue Seiten bauen auf den bereits definierten Komponenten auf. Ich muss nicht jedes Mal bei null anfangen.
Was mir als Designer trotzdem wichtig ist: Die Seite soll nicht nach KI-Slop aussehen.
Deshalb habe ich Icons, Grafiken, Mockups und Bilder weiterhin selbst erstellt, im Projektordner hinterlegt und dem KI-Agenten im Prozess genau gesagt, wo und wie ich sie eingebaut haben möchte.
Die Seite ist auf keinen Fall mit einem „Schnipser“ entstanden. Das ist aber auch nicht mein Anspruch.
Sie ist mit diesem System nur deutlich schneller entstanden als früher mit WordPress und Elementor.
Und genau das ist für mich Gold wert.
Wenn ich von dem Moment, in dem eine Produktidee in meinem Kopf entsteht, nur mehr zwei Tage brauche, um sie online zu bringen und bewerben zu können – statt vielleicht 14 Tage –, dann sinkt meine Hemmschwelle enorm.
Die KI nimmt mir nicht die Idee, die Strategie oder das Design ab.
Aber sie hilft mir dabei, schneller in die Umsetzung zu kommen.
Und darum geht’s dann auch irgendwie.
WordPress oder Astro: Welches System ist für wen besser geeignet?
Jetzt kommen wir zur großen Frage: Ist Astro besser als WordPress?
Ich glaube, dass diese Frage zu kurz greift.
Es gibt nicht das eine beste Website-System. Es gibt nur ein System, das besser oder schlechter zu deiner Arbeitsweise, deinen Anforderungen und deinem vorhandenen Know-how passt.
| WordPress passt wahrscheinlich besser, wenn du … | Astro kann genial sein, wenn du … |
|---|---|
| deine Website hauptsächlich über eine visuelle Oberfläche bearbeiten möchtest | eine inhaltsfokussierte Website mit Blog, Portfolio oder Wissensbereich hast |
| viele bestehende Plugins oder spezielle WordPress-Funktionen brauchst | ein sauberes, komponentenbasiertes Design-System nutzen möchtest |
| mit mehreren Personen direkt in einem vertrauten Backend arbeitest | Wert auf eine schlanke technische Basis und schnelle Ladezeiten legst |
| Inhalte ohne technische Zwischenschritte selbst pflegen möchtest | deine Website flexibel mit Tools, Funnels oder kleinen Web-Apps erweitern möchtest |
| dich nicht mit lokalen Projekten, GitHub und Deployments beschäftigen willst | KI-Agenten sowieso schon zu deinem Arbeitsalltag gehören |

Wenn du also ein kleiner KI-Nerd bist wie ich und Codex oder Claude Code täglich nutzt, dann kann dieses System richtig Spaß machen. 😄
Wenn du hingegen einfach nur deine Texte und Bilder in einem gewohnten Backend bearbeiten möchtest, kann eine sauber aufgebaute WordPress-Seite weiterhin die wesentlich angenehmere Lösung sein.
Ist WordPress in Zeiten von KI-Agenten also noch zeitgemäß?
Ja, absolut.
Und würde ich jetzt jedem empfehlen, von WordPress auf Astro umzusteigen?
Nein. Ganz klar nicht.
Für mich und mein Business fühlt sich der Wechsel total stimmig an. Ich bin super happy damit, jetzt eine KI-First-Website auf einer sauberen Astro-Basis zu haben.
Aber dieses System ist nicht automatisch für jeden gedacht.
Ich glaube nicht, dass jede Person Lust darauf hat, die eigene Website gemeinsam mit einem KI-Agenten im lokalen Projektordner zu aktualisieren. Es braucht ein gewisses Grundgefühl dafür, wie man mit KI-Agenten arbeitet. Und es hilft enorm, wenn man Webdesign-Skills mitbringt und technische Zusammenhänge zumindest grob versteht.
Ist der Wechsel nötig? Nein.
WordPress entwickelt sich ebenfalls weiter. Mit Angie hat Elementor mittlerweile einen KI-Agenten für WordPress veröffentlicht, der Website-Strukturen versteht und direkt innerhalb von WordPress Aufgaben ausführen kann.
Ich habe damit auch schon experimentiert. Für meinen persönlichen Workflow fühlt sich die Kombination aus Astro und einem lokalen KI-Agenten aktuell trotzdem kontrollierter und flexibler an. Aber ich bin mir sicher, dass sich in diesem Bereich noch unglaublich viel tun wird.
Vielleicht ist das eigentliche Learning aus meinem Experiment deshalb auch gar nicht, dass jetzt alle von WordPress zu Astro wechseln sollten.
Vielleicht ist die spannendere Frage:
Wie muss deine Website aufgebaut sein, damit sie dich wirklich dabei unterstützt, deine Ideen schneller und leichter in die Welt zu bringen?
Für mich lautet die Antwort im Moment: Astro, ein klares Design-System und ein KI-Agent, der mein gesamtes Projekt versteht.
Für dich kann die Antwort ganz anders aussehen.
Mein nächster Schritt: Astro mit einem einfachen CMS verbinden
Ich arbeite gerade an Möglichkeiten, das Astro Framework relativ easy mit einem Headless CMS zu verbinden.
Mein Ziel ist, dass künftig auch meine KundInnen von dieser sauberen und schnellen technischen Basis profitieren können, ihre Inhalte aber trotzdem bequem selbst bearbeiten – ohne sich mit KI-Agenten, GitHub oder lokalen Projektordnern auseinandersetzen zu müssen.
Stay tuned. Wenn das Ganze wirklich ausgereift ist und sich für mich stimmig anfühlt, wird es dazu sicherlich ein passendes Angebot von mir geben. 😊
Häufige Fragen zu WordPress, Astro und KI-Agenten
Ist Astro grundsätzlich besser als WordPress?
Nein. Astro bietet eine sehr schlanke, flexible und entwicklerfreundliche Basis. WordPress bietet dafür ein etabliertes Backend, ein riesiges Plugin-Ökosystem und eine visuelle Bearbeitung, mit der sehr viele Menschen vertraut sind. Welches System besser ist, hängt von deinem Projekt und deiner bevorzugten Arbeitsweise ab.
Ist Astro gut für SEO geeignet?
Astro schafft mit statischem HTML, schnellen Ladezeiten und einer klar kontrollierbaren Seitenstruktur sehr gute technische Voraussetzungen für SEO. Gute Rankings entstehen aber weiterhin durch passende Inhalte, eine klare Suchintention, saubere Meta-Daten, interne Verlinkungen und eine langfristige SEO-Strategie. Das Framework allein bringt dich nicht automatisch auf Platz 1.
Kann ich eine Astro-Website ohne Programmierkenntnisse bearbeiten?
Ohne zusätzliches CMS werden Inhalte in Astro in der Regel direkt über Dateien gepflegt. Ein KI-Agent kann diese Arbeit stark vereinfachen, trotzdem hilft ein technisches Grundverständnis. Alternativ lässt sich Astro mit einem Headless CMS verbinden, über das Inhalte ähnlich wie in einem klassischen Website-Backend bearbeitet werden können.
Kann ein KI-Agent meine komplette Website selbstständig bauen?
Technisch kann ein KI-Agent heute bereits sehr viele Aufgaben übernehmen. Ein gutes Ergebnis braucht trotzdem klare Inhalte, ein Design-System, sinnvolle Anforderungen und einen Menschen, der Entscheidungen trifft und die Qualität kontrolliert. Je besser dein Kontext und dein Fachwissen, desto besser kann der KI-Agent dich unterstützen.
Muss ich jetzt von WordPress zu Astro wechseln?
Nein. Wenn deine WordPress-Website gut funktioniert und zu deinem Workflow passt, gibt es keinen Grund, nur wegen des aktuellen KI-Hypes das System zu wechseln. Spannend wird Astro vor allem dann, wenn du ohnehin mit KI-Agenten arbeitest, eine sehr schlanke Website möchtest oder dein Projekt flexibel erweitern willst.
Eine Website ist nur ein Teil deiner eigenen Business-Infrastruktur
Einer der Hauptgründe für den Ausbau meiner Website war der Wunsch, langfristig unabhängiger vom Social-Media-Algorithmus zu werden.
Ein guter Blog ist dafür ein wichtiger Schritt. Der zweite ist für mich eine eigene E-Mail-Liste.
Denn während Social-Media-Plattformen jederzeit ihre Regeln, Reichweiten oder Funktionen verändern können, gehören deine Website und deine E-Mail-Liste wirklich dir.
Und jetzt würde mich interessieren:
Wie aktualisierst du derzeit deine Website? Machst du das selbst, gibst du es ab – oder bleibt das Thema bei dir ehrlich gesagt meistens liegen?
Schreib mir super gerne oder teile deine Gedanken mit mir. Ich bin gespannt, wie du das Thema siehst. 😊