Du musst dich stärker spezialisieren. Du musst skalieren. Du musst passive Einkommensströme schaffen.
Vielleicht kennst du diese Gedanken auch. Dieses Gefühl, dass das, was man gerade macht, noch nicht reicht. Dass man erst den nächsten Meilenstein erreichen muss, bevor man wirklich frei sein oder sein Business genießen darf.
Ich kenne das ziemlich gut. So gut, dass ich irgendwann einen wichtigen Teil von mir auf Eis gelegt habe, weil mein Kopf gesagt hat: So musst du das machen, wenn du ein erfolgreiches Business führen willst.
Bis ich mich im Sommer 2026 gefragt habe:
„Macht mich mein Business eigentlich noch glücklich?“
Eine unangenehme Frage. Vor allem, wenn man sich seine Selbstständigkeit ja genau deshalb aufgebaut hat: um selbstbestimmt zu arbeiten und das Leben führen zu können, das man sich wünscht.
Was mir geholfen hat, wieder klarer zu sehen, war die Frage: „Was ist mein Genug?“
Was brauche ich denn wirklich, um das leben zu können, was ich will – wirklich will?
Was bedeutet „Genug“ im Business überhaupt?
Für mich beginnt mein „Genug“ beim Leben, das ich führen möchte.
Was gehört zu einem Alltag, in dem ich mich wohlfühle? Wofür möchte ich Zeit haben? Welche Arbeit möchte ich machen? Und was muss mein Business finanziell ermöglichen, damit ich mir dieses Leben leisten kann?
So bekommt die Frage nach dem Einkommen einen konkreten Bezug zu meinem eigenen Leben.
Denn eine Zahl wie 10k oder 100k sagt mir allein noch nicht, ob ich mit meinem Business glücklich bin. Ich möchte auch wissen: Wie sieht mein Alltag auf dem Weg dorthin aus? Habe ich Zeit für meine Familie? Kann ich meine Stärken einsetzen? Mache ich etwas, das ich wirklich auch bis ins hohe Alter machen möchte?
Mein „Genug“ umfasst deshalb mehrere Dinge: genug Geld, um gut leben zu können. Zeit für die Menschen und Erlebnisse, die mir wichtig sind. Und eine Arbeit, in der ich mich selbst wiedererkenne.
Dabei darf sich dieses Genug verändern. Das Leben verändert sich ja auch. Familie, Bedürfnisse, Wünsche – all das bleibt nicht für immer gleich.
Die Frage hilft mir, bewusster zu entscheiden, welches Ziel ich verfolgen möchte und warum.
Warum wir trotzdem so oft fremden Zielen hinterherlaufen
Haben wir unser Business oder unsere Selbstständigkeit nicht aufgebaut, um das Leben zu führen, das wir haben wollen?
Und doch habe ich das Gefühl, dass ganz viele diesen glorifizierten Zahlen nachjagen, superteure Coaches dafür bezahlen und sich dabei immer mehr erschöpfen.
Da denke ich mir manchmal: Leute, was haben wir alle für einen Stress? Was laufen wir da hinterher?
Und gleichzeitig muss ich mir diese Frage selbst stellen.
Wir möchten diese Milestones so schnell wie möglich erreichen, um endlich Freiheit zu haben. Aber ähnelt das nicht sehr dem alten Gedanken, einen gut bezahlten Job in einem angesehenen Unternehmen zu haben, um dann endlich – wenn man alt ist – alles zu genießen?
Warum nicht gleich jetzt, hier in diesem Moment, das tun, was einen beflügelt, anderen dabei hilft und womit man gut verdient?
Das auch genießen. Sich entwickeln, wachsen … aber alles im eigenen Tempo. In einem Tempo, das man halten kann und in dem man den Weg auch bis zum Schluss wirklich genießt.
Viel zu oft lassen wir uns von fremdbestimmten Zielen treiben. Wir verfolgen sie, weil das nun mal so ist. Weil wir uns ständig vergleichen und uns vielleicht wie ein „failure“ fühlen, wenn wir da nicht mithalten können.
Aber weißt du, was ich schlimmer finde?
Eine Leiter hochzuklettern und ganz oben zu realisieren:
„Shit, warum bin ich nicht glücklich? Ich habe doch alles gemacht und erreicht, was alle da draußen so unbedingt haben wollen …“
Und dann zu merken: Ich habe mir nie die Zeit genommen, mich wirklich in Ruhe hinzusetzen. Mir den Space zu geben und mich zu fragen: „Was will ich wirklich?“
Wie ich selbst einen wichtigen Teil von mir auf Eis gelegt habe
Meine Reise als Solopreneur hat 2019 angefangen. Damals habe ich meine größte Leidenschaft, die Musik, nebenberuflich zum Business gemacht – als Eventmusiker und Sänger.
Das lief so gut, dass ich 2021 den Schritt in die volle Selbstständigkeit gewagt habe. Mit meiner zweiten Leidenschaft: Design und Kommunikation.
Drei Jahre habe ich beides parallel laufen lassen, bis meine Ratio gesagt hat:
„Du musst Experte in einem Bereich werden, passive Einkommensströme schaffen, skalieren. Das geht mit der Musik nicht. Du musst bei deiner Digitalagentur full in gehen.“
Also habe ich die letzten zwei Jahre die Musik auf Eis gelegt. Und damit einen ganz wichtigen Teil von mir im Keller verstauben lassen.
2025 habe ich meinen YouTube-Kanal „The Happy Solopreneur“ gestartet. Meine ursprüngliche Message war: Du kannst solo mit leichtem Gepäck ein Business aufbauen, das zu dir und deinen Werten passt. In dem du deine Stärken einsetzen, anderen helfen und gut verdienen kannst. Und dir damit das Leben ermöglichen, das du dir immer schaffen wolltest.
2026 habe ich mich dann sehr stark mit dem Thema KI positioniert. Ich habe neue Produkte entwickelt und zum ersten Mal auch „skalierbare“ Formate geschaffen.
Einerseits ist das super gelaufen. Gleichzeitig habe ich gemerkt: Die Leute sehen in mir immer mehr den „KI Guy“. Und immer weniger den essentialistischen, kreativen Solopreneur, der passioniert und wertebasiert sein Business führt und den Status quo hinterfragt.
Ich hätte voll in das Thema KI investieren können. Aber zu welchem Preis?
In dieser Zeit hat es sich auch nicht richtig angefühlt, auf meinem YouTube-Kanal etwas zu posten. Denn ich habe mich selbst nicht wie ein „Happy Solopreneur“ gefühlt.
Ich fühlte mich ziemlich entfremdet. Und als ich mich dabei erwischt habe, wie ich Stellenanzeigen durchstöberte, obwohl ich ganz genau weiß, dass eine Anstellung für mich persönlich keine Lösung ist, habe ich gewusst:
„So Stephen, jetzt musst du was ändern.“
Im Juli habe ich gesagt: „Fuck it.“ Was wäre eigentlich, wenn ich mit der Musik wieder anfangen würde?
In meinem Kopf machte es zunächst keinen Sinn. Aber mein Bauchgefühl sagte etwas komplett anderes.
Genau da wurde die Frage nach meinem „Genug“ für mich konkret.
Wie du deinem eigenen Genug näherkommst
Ich habe mir mein „Genug“ aufgeschrieben. Das hat mir geholfen, aus diesen ganzen Gedanken im Kopf etwas Greifbares zu machen.
Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, können dir diese Fragen dabei helfen.
1. Wie soll dein Alltag aussehen?
Für mich persönlich sind es spontane Abenteuer mit meiner Familie. Mit meiner Frau auf Konzerte zu gehen. Und vor allem: zu reisen.
Dafür möchte ich Zeit und Raum haben.
Im Alltag bin ich Minimalist. Mein Kleiderschrank ist super essentialistisch, wir kochen das meiste selbst und Zeugs kaufe ich mir sowieso nicht. Das ist in meinem Kopf nur Belastung, die ich nicht brauche.
Vielleicht sieht das bei dir ganz anders aus. Deshalb lohnt es sich, konkret zu werden:
- Wie sieht eine normale Woche aus, in der du dich wohlfühlst?
- Wofür möchtest du Zeit und Energie haben?
- Was möchtest du dir ermöglichen, das gerade ständig auf später verschoben wird?
Schreib ruhig die kleinen Dinge auf. Ein Nachmittag mit deinen Kindern. Zeit zum Kochen. Ein Hobby, das du schon lange wieder ausüben möchtest.
Genau diese Dinge gehören ja zu dem Leben, für das wir arbeiten.
2. Was muss dein Business dafür finanziell ermöglichen?
Bei mir war mein „Genug“ viel geringer, als ich gedacht hatte.
Das muss bei dir nicht genauso sein. Vielleicht stehst du gerade an einem Punkt, an dem du erst einmal mehr verdienen musst, damit genug da ist. Auch das gehört zu dieser Frage.
Es geht darum, den eigenen Bedarf ehrlich anzuschauen: Was brauchst du für deinen Alltag? Welche Wünsche möchtest du dir erfüllen? Welcher finanzielle Spielraum gibt dir Sicherheit?
Und auch dein Business selbst braucht Geld, damit du es verlässlich führen kannst.
Du kannst dafür zunächst sammeln, was dein Einkommen ermöglichen soll: laufende Ausgaben, Rücklagen, Urlaub, Zeit für Familie oder andere Dinge, die dir wichtig sind.
So bekommt dein Einkommensziel eine eigene Begründung. Du kannst dir erklären, wofür du es erreichen möchtest.
Bei mir ist allein durch diese Klarheit eine riesige Last von den Schultern gefallen. Und dieser fremdbestimmte Druck gleich mit.
3. Welche Arbeit möchtest du tatsächlich machen?
Diese Frage war für mich mindestens genauso wichtig.
Denn ich hatte mit der Musik etwas aufgegeben, das ich liebe. Weil ich geglaubt habe, dass es für mein Business vernünftiger wäre.
Vielleicht gibt es bei dir auch eine Tätigkeit, die du gern machst, die aber in deiner aktuellen Ausrichtung kaum mehr Platz hat. Oder du entwickelst gerade ein Angebot, weil es gut skalierbar ist, obwohl dir die direkte Arbeit mit Menschen viel mehr Freude macht.
Frag dich:
- Bei welchen Tätigkeiten denke ich: Genau deshalb habe ich mich selbstständig gemacht?
- Was möchte ich wieder mehr ausleben?
- Was mache ich hauptsächlich, weil ich glaube, dass ein erfolgreiches Business so aussehen muss?
Für mich wurde dadurch klar: Ich will sowohl meine Digitalagentur als auch meine Musik führen. Ich will wieder mehr 1:1 Brand- und Webdesign-Aufträge annehmen.
Und KI hat darin weiterhin ihren Platz. Als Werkzeug, mit dem ich meine Arbeit und die meiner KundInnen leichter und smarter gestalten kann.
4. Welche Ziele passen noch zu diesem Leben?
Wenn du dir diese Dinge aufgeschrieben hast, schau auf die Ziele, die du gerade verfolgst.
Hilft dir dein nächster Meilenstein dabei, diesem Alltag näherzukommen? Möchtest du das Angebot wirklich aufbauen? Passt die Arbeitsweise zu dir?
Auch im Business frage ich ständig: Welche Tools brauche ich wirklich? Was macht mein Leben und meine Arbeit tatsächlich leichter?
Diese Frage lässt sich genauso auf Angebote, Marketingkanäle und Wachstumspläne übertragen.
Vielleicht möchtest du ein bestehendes Ziel weiterverfolgen, jetzt aber aus einer klareren eigenen Motivation heraus. Vielleicht möchtest du etwas verändern oder weglassen.
Du darfst dir die Zeit nehmen, das für dich herauszufinden.
Was sich verändert hat, seit ich meinem Genug folge
Als ich für mich Klarheit hatte, war die Entscheidung plötzlich einfach: Ich will back to the roots.
Gleich als ich auf meinem Musik-Insta-Kanal das Announcement gemacht habe, kamen die ersten Anfragen angetrudelt. In meinem digitalen Business habe ich wieder mehr 1:1 Brand- und Webdesign-Aufträge angenommen.
Und weißt du, was das Lustigste ist? Seitdem ich diese Entscheidung getroffen habe und meinem „Genug“ folge, ist mein Business auch finanziell gesünder denn je.
So ist es bei mir gelaufen. Vor allem aber fühlt sich meine Arbeit wieder stimmiger an.
Ich kann meine unterschiedlichen Stärken einsetzen. Musik, Design, Kommunikation und Smart Work haben wieder ihren Platz. Und ich erkenne mich in dem, was ich mache, wieder.
Das ist für mich auch ein Teil davon, ein „Happy Solopreneur“ zu sein: ehrlich hinzuschauen, wenn ich mich von dem entferne, was ich eigentlich leben wollte. Und Entscheidungen zu treffen, mit denen ich wieder näher zu mir selbst komme.
Gib deinem Genug einmal ganz konkret Raum
Vielleicht magst du dir selbst einmal den Space geben, den ich mir im Sommer genommen habe.
Nimm dir ein Blatt Papier und schreib auf:
- So möchte ich meinen Alltag gestalten.
- Das soll mein Business finanziell ermöglichen.
- Diese Arbeit möchte ich machen und diese Stärken möchte ich einsetzen.
Schau danach auf ein Ziel, das dich gerade beschäftigt: Hilft es dir dabei, dieses Leben zu führen?
Du musst heute noch nicht dein ganzes Business umbauen. Bei mir begann die Veränderung damit, mir selbst diese Fragen ehrlich zu beantworten.
Wenn sich dein Außenauftritt nicht mehr nach dir anfühlt
Vielleicht spürst du gerade genau diesen Punkt: Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt, aber deine Website, dein Branding oder deine Angebote fühlen sich an wie eine alte Hülle, die gar nicht mehr zu deinen echten Werten und deinem Leben passt.
Genau hier setzen wir gemeinsam an:
Ich möchte mich entwickeln und wachsen. In meinem Tempo. Und den Weg dabei wirklich genießen.
Was willst du wirklich? Und was ist dein „Genug“, um dieses Leben führen zu können?
Wenn du magst, schreib mir gern eine Nachricht und erzähl mir davon. Wie immer schätze ich den Austausch mit dir sehr.